Projekt »NeoVital«: Jenaer Forscherteam für kontaktlosen Sensor ausgezeichnet

Um Frühchen nicht unnötig für medizinische Untersuchungen verkabeln zu müssen, haben Forscherinnen und Forscher aus Jena und Ilmenau eine Technologie kontaktloser 3D-Messtechnik entwickelt. Kern des Konzeptes ist ein optischer Sensor, der durch die Kombination von hochauflösender 3D-Messtechnik und nano-optischer Filter Vitalparameter wie Herzfrequenz, Blutsauerstoffgehalt und Atemvolumen messen kann. Die Messung erfolgt ohne Anschluss der Neugeborenen an Geräte oder Kabel und im Abstand von wenigen Metern.

Jan Sperrhake (Friedrich-Schiller-Universität Jena) und seine Teammitglieder Chen Zhang (Technische Universität Ilmenau) und Maria Nisser (Universitätsklinikum Jena) erhalten den Edmund Optics Educational Award in der Kategorie »Gold«.
Jan Sperrhake (Friedrich-Schiller-Universität Jena) und seine Teammitglieder Chen Zhang (Technische Universität Ilmenau) und Maria Nisser (Universitätsklinikum Jena) erhalten den Edmund Optics Educational Award in der Kategorie »Gold«.

Für ihre Forschungsidee erhielten Jan Sperrhake (Friedrich-Schiller-Universität Jena) und seine Teammitglieder Chen Zhang (Technische Universität Ilmenau) und Maria Nisser (Universitätsklinikum Jena) den Edmund Optics Educational Award in der Kategorie »Gold«. Der mit 7.000 Euro Preisgeld dotierte Award wurde am Vormittag des 4. März 2020 im Abbe-Center of Photonics in Jena von Vertretern des Optik-Anbieters an das Gewinnerteam überreicht.

Prof. Thomas Pertsch, Leiter der Arbeitsgruppe für Nano- und Quantenoptik am Institut für Angewandte Physik der Friedrich-Schiller-Universität – gleichzeitig Doktorvater des Preisträgers Jan Sperrhake – begrüßte bei der Preisverleihung die rund 30 anwesenden Gäste. In seinen Grußworten hob er die Bedeutung interdisziplinärer und institutsübergreifender Zusammenarbeit für die erfolgreiche Überführung von Technologien in konkreten Anwendungen hervor:

»Mich freut besonders, dass hier ein junges Forscherteam gewürdigt wird, deren ungemeines Engagement und Eigeninitiative die wesentliche Grundlage für das ausgezeichnete Projekt waren. Ich bin mir sicher, dass mit der Preisverleihung nicht nur deren Mut für die hochgradig interdisziplinäre und standortübergreifende Zusammenarbeit ausgezeichnet wird, sondern das Team auch weiteren Ansporn für die Fortführung ihrer hochrelevanten Forschung erfährt.«

Jan Sperrhake erläutert die Entwicklung des Projekts »NeoVital« seit dem Jahr 2018, einem durch die Forschungsallianz 3Dsensation geförderten Graduiertenprojekt (ehemals »Hypersense«).

Das Projekt »NeoVital« - An unexpected Journey
 

Das prämierte Projekt »NeoVital« fand seinen Anfang im Jahr 2018 in einem, durch die Forschungsallianz 3Dsensation geförderten, Graduiertenprojekt namens »HyperSense«. Beteiligte Projektpartner sind das Fachgebiet Qualitätssicherung und Industrielle Bildverarbeitung der TU Ilmenau, das Uniklinikum Jena (UKJ) und das Institut für Angewandte Physik (IAP) der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Ebenfalls trug die Otto-von-Guericke Universität Magdeburg seinerzeit zum vielversprechenden Start des Vorhabens bei.

»NeoVital«-Sensor - kontaktlose Datenerfassung zur sicheren Vitalparameterschätzung im Bereich der Neonatologie

Aus dem ursprünglichen Vorhaben entwickelte sich im Laufe der Jahre ein immer konkreteres Anwendungsszenario zur automatischen kontaktlosen Datenerfassung, bis schließlich ein starker Bedarf von sicherer Vitalparameterschätzung im Bereich der Neonatologie identifiziert wurde. Es folgten klinische Test am Universitätsklinikum Jena (UKJ) und die Entwicklung eines ersten messetauglichen Prototypens. Mit ihrem Auftritt auf der Consumer Electronics Show (CES) 2020 in Las Vegas bewiesen Sperrhake und sein Team eindrucksvoll die Anwendungsreife ihrer multifunktionalen, kontaktlosen Sensoreinheit.

Das Ergebnis dieser interdisziplinären Projektidee überzeugte auch die Jury des Edmund Optics Educational Award. In Zukunft könne man sich vorstellen, die Technologie hinter dem »NeoVital«-Sensor weiter zu verfolgen und gemeinsam mit dem Projektteam in ein markttaugliches Produkt zu überführen, so eine Sprecherin des Optikkomponenten-Herstellers bei der Preisverleihung.

 

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